Bessere Zeiten werden nicht nur begangen, gewünscht und fromm ersehnt, sondern vor Allem richtig vorbereitet. Besser als mit der Veranstaltung an diesem schönen verregneten Samstag, kann man sich auch gar nicht vorbereiten, auf ein Festival was mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlich megageil wird.
Ort des Geschehens ist kein geringerer als die Leipziger Moritzbastei, welche beinahe pünktlich ihre Pforten öffnet, um beinahe pünktlich mit der ersten Band des Abends durchzustarten. 20 Uhr geht’s los, denn 23 Uhr ist Sense…weeeeil, dann nämlich noch zu Diskomusik abgezappelt wird (dass ich mir als ersten Song dann natürlich nen 10 Jahre alten Limp Bizkit-Song reinziehe, hätte ich eher von ner Disko in Kitzscher (Nix für Ungut) erwartet ;-)).
Gezappelt wird bei Plasmic Ocean eher weniger, sondern die Jungens ballern gleich richtig los. Vor 2 Jahren haben die Alternativ-Mettler bereits im Bessere Zeiten-Programm die Festwiese gerockt und offenbar wurde das in Leipzig nicht vergessen. Ausverkauft ist es zwar nicht (wie sollte es auch – ist ja kostenlos) aber schon angenehm gefüllt und die Jungs lassen nichts anbrennen. Insgesamt kommen die Fünf bereits mit drei Tonträgern daher und ich muss sagen, dass das Material ordentlich rockt. Mit modernen Elementen, Samples und allerlei „Hinhörern“ versehener Rock der harten Gangart , der tendenziell auch gern mal um die Metalecke illert, beschreibt den Sound PO´s recht gut und ich bin davon überzeugt, dass die Spielfreude und die Energie der Jungs an diesem Abend, ihnen nochmal neue Freunde in Leipzig beschert haben sollte – wir sehen uns wieder J
Ich bin mir nicht mehr sicher, über wen ich damals schrieb, als ich schon einmal einen ähnlichen Satz verwandt wie: Ich weiß nicht meine wievielte Konzertbesprechung einer von (Daniels) Bands das sein könnte und ich werde mit Sicherheit nicht nachzählen. Es gibt allerdings zugegeben wenige Menschen und Bands, die mir vom ersten Tag der Bandcommunity an, immer wieder begegnen und deren Musik auch mit jeder Band tatsächlich immer besser wird. Daniel Orange sind eine dieser Bands, die nie aufgeben, es aber schaffen die beiden Eigenschaften „sich treu bleiben“ und „sich weiter entwickeln“ mit einander zu verbinden, ohne dass es nach Arbeit aussieht. Dafür erst einmal Respekt. Alternativrock würde prinzipiell erstmal einen Gähnanfall bei mir auslösen, sobald das Wort einer erwähnt aber Daniel Orange sind meilenweit davon entfernt 08-15-Pling-Pling-halbakustisches Weltschmerzgephrase auf die Menschheit loszulassen. Natürlich ist es immer noch irgendwie Emo und immer noch Rock und immer noch Alternativ und natürlich zieht (ich hab da glaub ich was falsch gemacht ;-)) Daniel Orange immer noch mehr Mädels in den Klub, als beinharte Motorradrocker (war keiner da, ich hab drauf geachtet) aaaaaaaber…die rocken dabei. Und das wirklich. Sie sind vielseitig UND beherrschen ihre Instrumente UND haben eine Naggsche auf dem CD-Cover. Aber mal ohne Quatsch: Daniel Orange machen Spaß – ich kann nicht genau sagen, was es ist aber sie machen Spaß. Punktum.
Nun muss ich dieses Mal leider zugeben, dass ich schon vorher eine Lieblingsband des Abends hatte. Normalerweise behalte ich das für mich aber an diesem Abend geht es nicht anders. P:HON sind mir schon in der Bandauswahl im Ohr hängen geblieben und dann 3 Wochen in meinem Autoradio. Es ist schon immer etwas heikel, wenn man derartige Musik in ein eher gemischtes Programm packt aber der Abend war es wert, es zu versuchen. Ambient/Rock/Progressiv/Pop sind alles gute Begriffe um zu Beschreiben was man bei P:HON zu hören bekommt. Wichtig beim Hören ist erstmal „Fresse halten“. Ich kann nicht verstehen, wie man sich bei Anhören der Musik noch kichernd und gaggernd unterhalten muss…das ist ein wenig schade. Kann man es genießen, wird man den Auftritt aber tatsächlich genossen haben. Songs die sich langsam aufbauen, Melodien die nicht wieder aus dem Ohr gehen, Soundwände, die einen wegreißen können und eine Sängerin, die es in gut limitierten Einsätzen exzellent versteht Akzente zu setzen…stimmlich und Stimmung. Alles immer ein wenig zerbrechlich und dennoch kraftvoll und hervorragend gespielt, bekommt man eine dreiviertel Stunde Atmosphäre pur. Es freut mich sehr, diese Band dabei gehabt zu haben und ich hoffe, dass wir sie in Leipzig noch häufiger sehen werden. Jedenfalls haben sie einige neue Fans an diesem Abend gewonnen. Soviel ist sicher.
Danke an Alle die da waren und ich hoffe, wir sehen uns alle zu BESSERE ZEITEN wieder
Bis dann
Stefan BC-Team
The Dottle Doom Lazy
Calliophis
Children of Doom
Black Salvation
Da haben wir es, das erste reine Doom-Konzert der BC. Es ist eins der wenigen reinen Doom-Konzi auf denen ich im letzten Jahr in Leipzig gewesen bin und so geht es offenbar auch einigen Anderen. Mein letztes Doom Konz war die Sunn o))) Tour im vergangenen Jahr und davor Ahab…Ihr merkt, das ist schon was länger her ;-)…dementsprechend freu ich mich auch auf den Abend.
Bereits bei Black Salvation, um kurz nach 9, ist der Konzertraum voll. Nicht ein bissel voll, sondern voll voll. Black Salvations Musikanten sind in Leipzig natürlich auch keine Unbekannten, setzt das Trio sich doch aus Musikern der BlackMetal-Horde No Empathy zusammen. Man meint nun, man würde ein Ego-Projekt junger BlackMetaller um die Ohren gescheppert bekommen, welches immer wieder an die Grenze zum Hartwurstmetal stößt oder doch wenigstens hier und da gehörig anzieht. WEEEEIT gefehlt! BS sind wirklich Doom!...ohne BlackMetal-Einschlag und hier und da eher mit ner derben Zacke Stoner-Rock angereichert, was aus meiner Sicht besonders durch den charismatischen und kraftvollen Gesang getragen wird. Zwischendurch finden sich immer wieder minutenlange Instrumentalpassagen, welcher mit Stoner und vor allem häufig mit klassischen Rockelementen arbeiten und bestens als Soundtrack von 28 Days Later durchgehen würden. Instrumentale Nervenzusammenbrüche könnte man das nennen, zumindest klingt es für mich so. Ich muss mich wirklich dafür entschuldigen, ich hätte im Vorfeld nicht gedacht, dass es SO geil werden würde. Fuck! Davon will ich mehr hören
Die ersten Franzosen – Children of Doom - sind deutlich klassischer. Klarere bis klare Gesänge, Wah-Wah-Effekte und Rockrhythmen dominieren hier deutlich. Interessanterweise finde ich diesen Sound wesentlich sperriger als den der Black-Salvation-Jungs. Das Publikum, welches sich nach ner zünftigen Raucherpause wieder vollzählig einfand, feierte die 4 Franzosen ordentlich ab. Obwohl der Saint-Vitus –Stil ehrlich gesagt nicht ganz my cup of tea ist, geht die Mugge gehörig ab. Den psychedelischen Hippie-Rock-Sounds konnte ich allerdings noch nie viel abgewinnen und höre mir die Musik daher eher interessiert als begeistert an – ein guter Gig ist es dennoch.
Calliophis zeigen der Villa erstmal, was ihr Mauerwerk aushält. Death/Funeral-Doom vom Feinsten wird hier in die Ohrenm der selbst halb eins noch zahlreich anwesenden Gäste, gewalzt. Fuck, das drückt. Der komplette Raum ist in Bewegung…schöööön langsam…und die Band ist ohne Übertreibung topfit. Hinzu kommt, dass der Sound - dank dem KnaggeDali - wirklich hervorragend ist und die Düsterwalze der Wahl-Leipziger damit eigentlich unaufhaltsam. Besonders der Opener ist derart effektiv gewählt, dass ich erstmal mein nicht vorhandenes Haupthaar schütteln muss, warum auch nicht. Selbst 0:30 werden die (übrigens die VORLETZTE Band) Männers von Calliophis nicht ohne Zugabe von der Bühne gelassen…wir sind zwar schon was spät dran aber es ist ein Doom-Konzert, lasst es uns also gelassen sehen und mal schauen, wie wir vorwärts kommen. Sehr fette Mugge und, wie bereits erwähnt und hervorragend rübergebracht.
The Dottle Doom Lazy Band sind ebenfalls eher traditionell aber weeeesentlich langsamer. T.b.d.l.b. sind für mich die ideale Mischung von klassischem Doom und moderneren Einflüssen. Absolut hammermäßig (verzeiht mir die übertrieben motivierte Ausdrucksweise aber wenn Ihr das gesehen habt, stimmt Ihr mir zu) ist das Publikum, welche um 1:13 die Band geradezu frenetisch abfeiert. Der Raum ist immer noch bis ganz hinten gefüllt und die Gäste wollen mehr. So hatte ich mir das vorgestellt. The Dottle Doom Lazy verkörpern letztendlich auch das, was man vom Classic-Doom erwartet…Bier, Wein, geniale Typen und eine Stimmung, die man bei vielen anderen Konzerten lange suchen wird.
Für alle, die sich nicht vorstellen können, wie so ein Abend läuft, ob alle ganz traurig sind, die Köpfe hängen lassen und Rotwein trinken – AM ARSCH!! Das war hier passiert ist, ist folgendes: Bier, Party und Rock´nRoll. Und wers nicht glaubt, ist selber schuld.
Danke an alle Bands – Ihr ward der Hammer!! Viel Glück auf dem letzen Termin der Triumvirat of Doom-Tour und special thanks an Black Salvation…die einfach mal geniale Kunden sind.
Sehr geil, weiter so!!
Hier noch einige Bilder des Abends
Stefan
BC-Team
Der Name Thomas Kantor ist vielen Leipzigern von früher noch ein Begriff. Jedoch herrschte über 5 Jahre Stille um die Kantoren, die am 9.4.10 gebrochen wurde.
Die 5 Musiker (Voc., Git, Bass, Key, Drums) haben sich lange vorbereitet und ein sehr stimmungsvolles Konzert abgeliefert. Der neue Sänger Denis Dollmeyer (ehem. Carbonix Acyd) steht den Jungs sehr gut.
Nach dem Intro finden sich neben den Zuhörern vor auch die Musiker in Straßenbauarbeiterkluft auf der Bühne ein. Das ca. einstündige Set besteht aus gefühlten 50 Songs - jedoch ca. 12 Stück in der Tat. Auch einige ältere Songs sind eingebaut worden. Gleich beim ersten Stück sehe ich im Publikum den ein oder anderen Fuß bzw. Kopf mitwippen. Hier muß gar nicht erst großartige Überzeugungsarbeit geleistet werden. Die Leute scheinen auf diese Band lange gewartet zu haben. Die Musik ist kraftvoll, tanzbar, dunkel, rockig, schnell und langsam - ergo vielfältig. Für mich mit Anleihen zu Rammstein, Oomph und Goethes Erben. Die Musik wird durch Elektro-Elemente und ein Megaphone aufgelockert und auch den Thomaschor haben die Jungs zum Mitmachen überredet. Denis bringt alles gewohnt sicher und überzeugend an den Mann/Frau. Die Lyrics werden in deutsch präsentiert und die Passagen sind teilweise auch aus Goethes Feder geflossen, daher wirkt alles wie im Theater bzw. auch theatralisch. Der Gesang besteht größtenteils halb gesungenem Sprechgesang und wechselt aber auch in Cleanen Gesang. Denis wird durch den Bassisten und den Keyboarder beim Singen unterstützt.
Insgesamt scheint sich die ganze Band auch ohne die üblichen Hinweise zu verstehen und das bringen sie auch so rüber. Eine Ballade die mit Herzschlägen geendet hat, gefiel mir am bestehen und auch der Abschiedssong sehr interessant.
Zusammenfassend: Einfach hingehen, überzeugen lassen und wieder hingehen!!!!
Viel Spaß und weiter so
Katja
BC-Team